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Die Bundesliga – Ein halbes Tollhaus

In der Fußball Bundesliga krönt sich der FC Bayern München zum zehnten Mal in Serie zum deutschen Meister. Auf der anderen Seite, hatte die Liga am 31. Spieltag auch spannende Entscheidungen zu bieten.

Köln. Die Fußball Bundesliga begeistert Woche für Woche unzählige Menschen in Deutschland. International fällt das geschulte Auge ebenfalls auf die höchste deutsche Spielklasse. Jedoch gibt es international die vorherrschende Meinung, dass die Bundesliga Langweilig sei. Grund dafür ist der sogenannte „Stern des Südens“ der mittlerweile auch National für Langeweile und Frustration sorgt.

Am Wochenende stand in der Fußball-Bundesliga der 31. Spieltag an. Dabei zeigte sich die Liga mal wieder von ihrer besten, aber auch gleichzeitig von ihrer schlechtesten Seite. Auf der einen Seite stehen die gewohnt gute Stimmung in den Stadien und viele, teils traumhafte Tore. Ein Beispiel dafür ist der Treffer des Leverkuseners Patrik Schick zum zwischenzeitlichen 1-1 Ausgleich gegen die, als jetzt erster Absteiger feststehende Spielgemeinschaft aus Fürth.

Außerdem bot der Spieltag spektakuläre Spiele, wie das Sechs-Tore-Unentschieden-Spektakel zwischen dem SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach. Zwei Elfmeter, zwei Führungswechsel und am Ende ein gerechtes 3-3 Unentschieden. Und währenddessen Köln-Überflieger Anthony Modeste sich als Barista outete, schwebt auf der anderen Seite, wie auch schon in den vergangenen zehn Jahren, über allem ein Thema und eine Mannschaft – der Serienmeister FC Bayern München.

Die Bayern und der „spannende“ Titelkampf

In dieser Saison hielt die Illusion eines Wettbewerbs nur bis vier Spieltage vor Schluss. Dann drehte die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann der Bundesliga endgültig den Hahn zu. Mit drei Toren und ein wenig Schiedsrichterglück krönten sich die Münchener, im Duell mit ihrem schärfsten „Kongruenten“ Borussia Dortmund, zum mittlerweile zehnten Mal in Folge zum Deutschen Meister. Der erneute Alleingang der Bayern lässt die meisten Fußballfans in Deutschland kalt. War ja zu erwarten, dass die Säbener Straße ihre nächste Schale empfangen wird. Diesen Spannungsabfall bemerkten auch die Spieler. Im Interview mit Sport 1 merkte Bayerns Mittelfeldstar Joshua Kimmich kritisch an: „Die Meisterschaft wird im Umfeld von vielen Leuten nicht mehr so wertgeschätzt.“ Gleichzeitig beteuert der Nationalspieler allerdings halb authentisch, dass es ihm und der Mannschaft nach wie vor, sehr nahe geht.

Wer sich allerdings in der Tat sichtlich freute, war neben Bayern-Kapitän Manuel Neuer, der Ur-Bayer Thomas Müller. Der Weltmeister von 2014 feierte nach dem Spiel gegen Borussia Dortmund seine elfte Meisterschaft mit den Bayern und ist somit alleiniger Rekordmeister aller Bundesligaspieler. Glückwunsch.

Köln schielt auf Champions League – Hertha mit Befreiungsschlag

In den mehr von Spannung durchzogenen Regionen der Tabelle lässt sich festhalten: Aus dem Dreikampf um Europa ist ein Fünfkampf geworden. Zwischen Bayer 04 Leverkusen auf Platz drei und dem 1. FC Köln auf Platz sieben liegen lediglich sechs Punkte. Das verspricht Spannung für die letzten Spiele.

Eine mögliche Vorentscheidung gab es zum Ende des Spieltags im Berliner Olympiastadion. Dort gewann die Hertha unter Neu-Trainer Felix Magath gegen den Tabellennachbarn VfB Stuttgart mit 2:0 und liegt nun bereits vier Punkte vor den Schwaben. Der VfB seinerseits liegt mit 28 Punkten nach 31 Spielen auf Relegationsplatz 16 und benötigt nun eine Energieleistung, um den direkten Abstieg und auch die Relegation zu umgehen.

Für die letzten drei Wochen gilt demnach: Die heiße Phase hat begonnen zumindest für die halbe Belegschaft des Tollhaus Bundesliga.

Matthias Weuthen

Foto: Matthias Weuthen